Mehr als nur das Loch in der Wand. Fenster
9. Januar 2009Niemand macht sich wirklich Gedanken über die Fenster in seiner Wohnung, wir stellen nur fest, dass es uns zuwider ist, wenn diese zu klein, zu ungünstig platziert oder auf die falsche Himmelsrichtung hin ausgerichtet sind. Obwohl der Mensch seit Urzeiten darauf aus ist, sich durch vier Wände von der oft kalten, gefahrvollen Außenwelt abzugrenzen, will er dennoch den Kontakt zu eben dieser Welt nicht verlieren. Die Löcher in den Wänden sorgen für diesen Kontakt, abgesehen davon lassen sie auch (kostenfreies) Tageslicht und Luft in den Raum.
In den alten Zeiten war es noch mehr als problematisch, den Wunsch nach Ausblick mit dem Schutz vor Wind und Wetter zu vereinbaren. Einfache Häute oder Leinenstoff wurden zum Schutz vor die Fenster gehängt, im sakralen Bau konnte man sich da eher leisten, dünne Alabasterscheiben vor die Öffnungen zu spannen. Bis Glas als Füllung für jeden erschwinglich wurde, dauerte es eine lange Zeit. Heute sind viele verschiedene Möglichkeiten auf den Markt, um den Grad der Transparenz und die Funktion des Fensters ganz den eigenen Bedürfnissen anzupassen. So gibt es neben dem üblichen Transparentglas auch Milchgläser, meist verwendet für intime oder private Räume wie das WC, sowie Ornamentfenster, die meist in repräsentativer Form eingesetzt werden. Um den Glasscheiben einen Rahmen zu geben, werden heutzutage Pfosten- Riegelkonstruktionen verwendet, wobei auch noch unterschieden wird, ob das Fenster zum Lüften geeignet ist oder nicht. Wenn man Lüften kann, besteht das Fenster aus Flügel und Rahmen, handelt es sich um ein nicht zu öffnendes Fenster, spricht man von Festverglasung.